Brautgabe

Die Brautgabe ist ein Recht jeder Braut bei ihrer Hochzeit. Es ist ein Geschenk, das durch die islamischen Lehren vorgeschrieben und genau bestimmt ist. Ein Heiratsvertrag ist ohne Brautgabe ungültig. Die Brautgabe kann nicht fallengelassen oder entzogen werden, selbst wenn die Braut zustimmt, bis der Ehevertrag vollständig ist. Die Frau, die in die Ehe einwilligt, besitzt die Freiheit, mit dem was sie besitzt zu machen, was sie möchte, wenn der Ehevertrag erfüllt ist. Allah (Subhaanahu wa ta´ala. Er ist frei von Unvollkommenheit, der Allerhöchste) sagt im Qur´an al-Karim (4:4):

[Und gebt den Frauen ihre Brautgabe als Schenkung. Und wenn sie euch gern etwas davon erlassen, so könnt ihr dies unbedenklich zum Wohlsein verbrauchen.]

Die Brautgabe ist ein Recht der Frau. Ein Ehemann darf nicht und hat keine Berechtigung, irgendetwas davon zurückzunehmen, wenn er sie scheiden lassen will und eine andere Ehe anstrebt. Allah (Subhaanahu wa ta´ala. Er ist frei von Unvollkommenheit, der Allerhöchste) sagt im Qur´an al-Karim (4:20-21):

[Und wenn ihr eine Gattin gegen eine andere eintauschen wollt und ihr habt der einen ein Talent (als Brautgabe) gegeben, so nehmt nichts von ihm fort. Wollt ihr es etwa in Verleumdung und offenbarer Sünde fortnehmen? Und wie könnt ihr es fortnehmen, wo ihr einander bereits beiwohntet, und sie mit euch einen festen Bund schlossen?]

Allah (Subhaanahu wa ta´ala. Er ist frei von Unvollkommenheit, der Allerhöchste) sagt im Qur´an al-Karim (4:19) auch:

[Oh ihr, die ihr glaubt, euch ist nicht erlaubt, Frauen gegen ihren Willen zu beerben. Und hindert sie nicht (an der Verheiratung mit einem anderen), um einen Teil von dem zu nehmen, was ihr ihnen (als Brautgabe) gabt, es sei denn, sie hätten offenkundig Hurerei begangen. Verkehrt in Billigkeit mit ihnen; und wenn ihr Abscheu gegen sie empfindet, empfindet ihr vielleicht Abscheu gegen etwas, in das Allah reiches Gut gelegt hat.]

Diese Ajat sichert die Rechte der Frau, wie Allah, der Allerhöchste, im Qur´an al-Karim darlegt.

Es ist verboten und ungesetzlich, Frauen gegen ihren Willen zu beerben. Wie wir bereits zuvor beschrieben haben, pflegten die Araber in der vorislamischen Zeit sogar die Frauen selbst mitzuvererben. Wenn ein Mann starb der Kinder hatte, die schon heiraten konnten, wurde die Witwe vom ältesten Sohn aus einer anderen Ehe geerbt. Oder der Erbe (der Sohn) konnte die Witwe seines verstorbenen Vaters einem anderen anbieten. Oder der Stiefsohn, d.h. der Erbe, pflegte der Witwe seines Vaters zu verbieten, einen anderen Mann zu heiraten. Diese Handlungsweise lies die Witwe wie einen Gegenstand in die Hände ihres Stiefsohnes oder des Erben fallen und erlaubte ihm, mit ihr zu tun, was er wollte.

Allah (Subhaanahu wa ta´ala. Er ist frei von Unvollkommenheit, der Allerhöchste) sagt im Qur´an al-Karim, dass es für einen Mann verboten ist, seine Frau so über alle Maßen zu misshandeln, dass es für sie eine Härte, Störung und Last ist. Wie beispielsweise sie beschimpfen, schlagen, ihren Besitz und ihr Kapital verschwenden oder ihr gar verbieten, aus dem Haus zu gehen, um sie zu zwingen, alles was sie besitzt, ihrem Mann als Lösegeld zu zahlen, um sie durch Scheidung zu entlassen. Islamische Gesetze und Lehren erlauben dem Ehemann allerdings jeder Frau Schwierigkeiten aufzuerlegen, die ein verdrehtes moralisches Benehmen zeigt, das für die gesamte Gesellschaft beschämend und schädlich ist und zum Verderb der Gesellschaft führen kann.

Zum Beispiel eine Frau, die Unzucht treibt oder Ehebruch begeht, darf streng behandelt werden, und der Mann darf ihre Brautgabe zurückverlangen, die er ihr bei der Hochzeit gab. Danach kann die Frau geschieden werden.

Allah (Subhaanahu wa ta´ala. Er ist frei von Unvollkommenheit, der Allerhöchste) befiehlt im Qur´an al-Karim, dass der Ehemann mit seiner Gattin ehrenhaft, freundlich und respektvoll zusammenleben soll. Ein Mann muss zu seiner Frau nette Dinge sagen und tun. Ein Mann muss bescheidene, saubere und anständige Kleidung tragen, wenn er zu Hause ist. Ein Mann muss eine gute Erscheinung haben, genau wie er es auch von seiner Frau zu Hause erwartet, denn er ist nur ein Mensch. Allahs Prophet (salla-llahu ´alaihi wa salam. Allahs Segen und Frieden auf ihm) sagte:

"Die vollkommensten Gläubigen in Glaubensdingen sind die, die das sittlichste Benehmen besitzen. Die besten von euch sind die, die am besten zu ihren Familien (Frauen) sind." (Dieser Hadith wird bei Tirmidhi berichtet.)

Es wird auch berichtet, dass Allahs Prophet (salla-llahu ´alaihi wa salam. Allahs Segen und Frieden auf ihm) immer angenehm, freundlich und besorgt zu allen war. Er spielte und scherzte nett und höflich mit seinen Familienmitgliedern. Es ist bekannt, dass er sehr gutmütig und lieb zu ihnen war. Imam Ahmad berichtete, dass Allahs Prophet (salla-llahu ´alaihi wa salam. Allahs Segen und Frieden auf ihm) sagte:

"Alles, womit der Mann spielt und sich unterhält ist nichtig (d.h. vergeudete Zeit), außer drei (Dinge): Bogenschießen, sein Pferd trainieren und mit seiner Frau zu spielen und anständige Scherze zu machen. Diese drei Dinge sind von al-Haqq (d.h. das was wertvoll und erlaubt ist).

Allahs Prophet (salla-llahu ´alaihi wa salam. Allahs Segen und Frieden auf ihm) war seinen Mitteln entsprechend großzügig zu seinen Familienangehörigen. Allahs Prophet ist auch sehr bekannt für sein angeregtes und dezentes Scherzen mit seiner Familie und das Spielen mit ihnen. ´Aíschah (radia-llahu ´anhum Allahs Wohlgefallen auf ihnen), die Mutter der Gläubigen, sagte einmal: "Allahs Prophet (salla-llahu ´alaihi wa salam. Allahs Segen und Frieden auf ihm) machte ein Wettrennen mit mir und ich schlug ihn, bevor ich älter wurde und an Gewicht zunahm. Nachdem ich älter und schwerer geworden war, machte er wieder ein Wettrennen mit mir und er gewann. Daraufhin sagte Allahs Prophet (salla-llahu ´alaihi wa salam. Allahs Segen und Frieden auf ihm) zu mir:

"Mein Gewinn gleicht deinen Gewinn aus." (Dieser Hadith wird bei Imam Ahmad berichtet.)

Es wird überliefert, dass Allahs Prophet (salla-llahu ´alaihi wa salam. Allahs Segen und Frieden auf ihm) nach dem ´Ischaa´Gebet und vor dem Schlafengehen für eine kurze Zeit im Haus bei seiner Familie zu sitzen pflegte, mit ihnen sprach, ihnen Gesellschaft leistete und Freundlichkeit zeigte. Ibn ´Abbas (radia-llahu ´anhu. Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete: "Ich schlief eines Nachts im Haus von Maimunah (der Frau des Propheten) – als ihre Nacht war – um das Nachtgebet des Propheten zu sehen. Er (salla-llahu ´alaihi wa salam. Allahs Segen und Frieden auf ihm) sprach noch eine Zeit lang mit seiner Frau und schlief dann." (Dieser Hadith wird bei Muslim berichtet.)

Allah (Subhaanahu wa ta´ala. Er ist frei von Unvollkommenheit, der Allerhöchste) sagt im Qur´an al-Karim (33:21):

[Wahrlich, ihr habt an dem Gesandten Allahs ein schönes Vorbild für jeden, der auf Allah und den Letzten Tag hofft und Allahs häufig gedenkt.]

Deshalb ist Allahs Prophet (salla-llahu ´alaihi wa salam. Allahs Segen und Frieden auf ihm) das beste Vorbild für uns alle, die gläubigen Muslime. Muslime sollten dem Weg des Propheten Allahs (salla-llahu ´alaihi wa salam. Allahs Segen und Frieden auf ihm) in allen ihren Angelegenheiten – privaten und öffentlichen – ihr ganzes Leben lang folgen.